Katholische Pfarrgemeinde St. Mauritius
in der Kirchengemeinde Maria Frieden Kippenheim

Kapelle Maria Frieden

Idyllisch gelegen, umrahmt von Weinbergen, so wacht die Kapelle "Maria Frieden" über Kippenheim. So mancher Wanderer, der zufällig an diesem Ort vorbeigekommen ist und den Grundstein mit der Jahreszahl 1946 sah, wird sich wohl gefragt haben: Warum baute man hier 1946 eine Kapelle, wenn das ganze Land noch in Schutt und Asche lag?

In den Abendstunden des 15. Oktober 1944 versammelte sich die Pfarrgemeinde zusammen mit Pfarrer Johannes Heß in der Pfarrkirche um folgendes Gelöbnis abzulegen: "Wenn wir unsere Heimat nicht verlassen müssen und unser Dorf vor größeren Schäden bewahrt bleibt, dann wollen wir auf unserer Gemarkung auf dem Berg eine Kapelle bauen zu Ehren der Königin des Friedens." Kritisch wurde die Situation im Januar/Februar 1945: Kappel war evakuiert, die dortige Kirche und zahlreiche Wohnhäuser wurden ein Raub der Flammen. Mahlberg lag fast jeden Abend unter Artilleriebeschuss. Am Nachmittag des 18. April 1945 rückte die Artillerie heran und auch Kippenheim stand unter Beschuss. Einer der ersten Treffer zerstörte die Brunnenschale des Stockbrunnens. Wie durch ein Wunder stand die Muttergottesstatue noch auf ihrem Sockel. Einen Tag später stand fest, dass die Heimat nicht verlassen werden musste und der Ort vor größeren Schäden verschont blieb.

Bereits am 21. Mai 1945 befasste sich der Stiftungsrat mit der Bildung eines Ausschusses zur Planung einer Marienkapelle. Die Wahl für den Bauplatz fiel auf zwei Grundstücke auf dem Hohbühl. Der erste Spatenstich erfolgte am 24. Juni 1946 und die Grundsteinlegung am 28. Juli 1946. Die Pläne wurden von dem Architekten Josef Maria Weber aus Freiburg ausgearbeitet.

Mitte 1946 wurde mit den Arbeiten begonnen, die durch große Materialknappheit geprägt waren. Oft war es nur möglich, Baumaterial im Tausch gegen Zigarren und Zigaretten zu erhalten.

Am 15. August 1947 war die Kapelle "Maria Frieden" fertiggestellt und wurde in einem festlichen Gottesdienst von Prälat Dr. Schuldis ihrer Bestimmung übergeben.

Die im Turm befindlichen Glocken wurden 1948 in der Glockengießerei Gebrüder Rincker in Sinnen (Hessen) gegossen und am 19. März 1949 vor "Maria Frieden" geweiht. Die kleine Glocke (45 kg) trägt die Inschrift "St. Josef - Hilf zum Guten Tod", die mittlere (65 kg) "St. Johannes - Lehr der Lied Gebot" und auf der großen Glocke (90 kg) ist zu lesen "St. Maria - Hilf in aller Not". Die Orgel auf der Empore wurde im September 1992 eingebaut.

Heute ist "Maria Frieden" ein beliebtes Ziel für Pilger und Wanderer aus den umliegenden Gemeinden. Im Mai finden sonntags regelmäßig Maiandachten in der Kapelle statt.

Katholische Pfarrgemeinde St. Mauritius · Bahnhofstraße 32 · 77971 Kippenheim · 07825 / 7119