Katholische Pfarrgemeinde St. Mauritius
in der Kirchengemeinde Maria Frieden Kippenheim

St. Blasius (Kippenheimweiler)

St. Blasius, Kippenheimweiler

Die Katholiken von Kippenheimweiler, die den Gottesdienst in Kippenheim besuchen und den weiten Weg all die Jahrhunderte hindurch nicht gescheut haben, um ihre Pflicht zu erfüllen, besitzen in der Kapelle auf dem Dorfplatz ein zwar kleines aber kostbares Zeugnis ihres Glaubens. Das äußerlich wenig bedeutsame Bauwerk barg früher einen reizvollen spätgotischen Altar: In der Mitte war die Schmerzensmutter dargestellt, rechts und links der Heilige Christophorus mit dem Gotteskind und der Heilige Johannes, der Lieblingsjünger des Herrn. Nach der Renovierung 2009 wird der Hl. Blasius vorne in die Mitte kommen und Maria wird links vom Altar stehen. Christophorus und Johannes werden rechts und links von Blasius sein.Die Kapelle ist dem Hl. Blasius geweiht, dessen Geschichte hinlänglich bekannt sein dürfte.

Ein kleiner Blick in die Geschichte zeigt, dass ein Missionar "Landolin" am Anfang des 7. Jahrhunderts in die Mortenau (= Ortenau) kam und Altdorf (bei Ettenheim) als Ausgangspunkt für seine Missionstätigkeit wählte. In der Nähe von Landolins Marterplatz bauten Mönche ein Kloster, dass sie "Ettos Münster" (Etto war Bischof von Straßburg) nannten. Daraus wurde später Ettenheimmünster. Bischof Etto soll im Jahre 763 dem Kloster Ettenheimmünster die Besitzungen geschenkt haben, die das Straßburger Domstift in "Chipinheim" (Kippenheim) besaß. Es sind also damals Mönche aus Ettenheimmünster auch nach Kippenheim gekommen (darauf weist der um 1350 übliche Gewannname "Mvnche phad = Mönchspfad" hin), um diesen Ort geistlich zu versehen und haben sicher nicht in Kippenheim Halt gemacht, sondern Kippenheimweiler mitversehen.

Das Kippenheimer Kirchspiel (Kirchenbezirk) umfasste ursprünglich mindestens die Gebiete des heutigen Kippenheim, Kippenheimweiler, Mahlberg und Schmieheim, wahrscheinlich auch noch Orschweier, Sulz und Langenhardt.

Ebenso wie die anderen Orte der Gegend erlebt Kippenheimweiler viele Religionswechsel und Kriegswirren. Nachdem eine aus dieser Zeit stammende Kapelle verfallen war, stand bald nach 1661 wieder ein kleines Gotteshaus in Kippenheimweiler, über das zu lesen ist: Daß Kürchel oder Capelle haben unßere Elter zu Sonderbahrer Ehr Gottes auß ihren eigenen Mittlen erbauet. Und aus 1763 ist als Name erstmals die "Heiligenschaffney Sti Blasii" erwähnt. Da sich für die spätere Zeit keinerlei Aufzeichnungen über einen Kapellenbau in Kippenheimweiler finden, ist als wahrscheinlich anzunehmen, dass die heute noch stehende Kapelle das Gotteshaus ist, das zwischen 1661 und 1690 erbaut worden ist. Sie dürfte damit das älteste, noch vorhandene Bauwerk in Kippenheimweiler sein.

Wie auch früher schon, werden die Katholiken aus Kippenheimweiler vom Pfarrer aus Kippenheim mitbetreut. In der Regel wird einmal in der Woche ein Gottesdienst in der Kapelle St. Blasius gefeiert.

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